Presse und Stimmen zu Wo bist du?

   

Radio Bremen - CD-Tipp

... Den roten Faden, das Suchen nach Liebe nimmt sie mit einem Song auf, den sie nicht selbst geschrieben hat. Es ist ein sentimentaler Fado. Portugiesisch, spanisch , englisch und deutsch – … so vielfältig wie die Sprachen, sind auch die Genres, in denen sich Sabrina Ascacibar bewegt. Dass sie auch Schauspielerin ist, spürt man, wenn sie Chansons singt. Sympathisch verrückte Menschen und unglaubliche Tiere, wie Wale , die den Mond schlucken wollen, lässt Sabrina Ascasibar auf ihrem neuen Album "Wo bist du?" auftreten. Alle sind auf der Suche, aber es gibt Hoffnung... 

Petra Schwertfechter über das Album von Sabrina Ascacibar

Jazzthing

„Das Titellied von „Wo bist Du?“ (Bear Family) und andere Chansons singt sie auf Deutsch, aber sie schlüpft auch in andere Sprachen und Stile. Surreale, schräge Bilder bevölkern ihre Songs, schöne traurige Passagen öffnen sich in den Liedern die Sabrina Ascacibar schreibt. Zwischen imaginärer Folklore, luftigen Popsongs, südamerikanischen Rhythmen und Walzern im Tom-Waits-Takt mäandern die Melodien, in raffinierte Arrangements gehüllt, die immer wieder überraschen. Spröde, herb oder zart – es lohnt sich, dieser Stimme zu folgen, auch wenn sie ausnahmsweise auch mal nicht Eigenes vorträgt, sondern Chico Buarque oder Fernando Pessoa interpretiert. Ja, und da ist dann noch ihr Sohn Lucas, der eine tolle Geschichte erzählt – nicht nur für Erwachsene.

Uli Lemke

Jazzthetik

„Süffig sind sie allemal, die Lieder der Sabrina Ascacibar. Und betrunken werden kann man auch von ihnen. Immer sind sie ein verheißungsvolles Versprechen von Ferne, voller Kraft und mühelos in der Lage, die Segel zu blähen und das Schiff in verschiedene Richtungen zu navigieren. Ihre Stücke spiegeln verschiedene Welten, und doch, wenn der letzte Takt verklungen ist, weiß man unmittelbar, dass sie etwas Zusammenhöriges geschaffen hat. Etwas, das die eigene Sehnsucht nährt und dazu beiträgt, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

Franz X.A.Zipperer

Die persönliche Empfehlung CD – September 2011:

„Ahoi!“ hieß ihr letzter Chanson-Abend , er handelte vom Meer und den Menschen an seinen Ufern; der stimmungsvolle Livemitschnitt aus dem Sankt-Pauli-Theater auf der Reeperbahn erschien vor zwei Jahren.

Wo bist Du? ist ganz anders; vor allem, auf Grund der in jeder Hinsicht erstaunlichen, extrem phantasievollen, emotional mitreißenden Texte, die Ascacibar  zu überwiegend eigenen Kompositionen geschrieben hat.“ „Durch alle Sprachen hindurch jedoch klingt der Eigensinn einer Stimme, wie sie wirklich rar ist unter Chanson- und Liedersängerinnen in Deutschland. In besonders abgedrehten Momenten kann Sabrina Ascacibar den Eindruck vermitteln, als sei sie eine Hybrid-Kreuzung aus Kate Bush und Tom Waits … so zart hebt sie ab, so deftig kann sie landen.

Sie erzählt zuweilen ziemlich kryptische Geschichten – von dem Mädchen, das in einem verliebten Baum verschwand, von einer Entführung durch den Mond höchstpersönlich; launige Sehnsuchts- und finstre Abschiedsphantasien gehen Sabrina Ascacibar elegant von der Hand. Wer sich ein bisschen gründlicher auf diese Texte einlässt, entdeckt (jenseits aller Text-Routinen) eine gehörige Menge poetisches Talent.

Meisterlich bewährte Musiker aus verschiedenen Hamburger Bands haben sie in verschiedene Studios begleitet, in Buenos Aires, in Santa Fe, in Hamburg natürlich; und das Ergebnis der Arbeit ist fein und filigran gewichtet zwischen Stimme und Sound, veröffentlicht obendrein von einem der herausragenden Einzelgänger im deutschen Musikgeschäft: von Richard Weize, dessen Bear Family Records im Teufelsmoor vor Bremens Toren schon deshalb legendär sind, weil deren Programm in keinerlei Schublade passt.

Das gilt auch für Sabrina Ascacibar.“

Aus der Liederbestenliste von September (Verein für deutschsprachige Musik)
empfohlen von Michael Laages, Berlin

AVIVA-BERLIN.de im September 2011:

Wie ein roter Faden spinnt sich das Thema Liebe durch das neue Album "Wo bist du?" von Sabrina Ascacibar und zieht uns immer weiter in musikalische Phantasiewelten. Tiefsinnige Texte,...

...exotische Klangfarben und melancholische Klänge nehmen uns auf eine abenteuerliche Reise mit. Die HörerIn taucht mit jedem Stück tiefer in die eigene Gedankenwelt ein. Sabrina Ascacibar singt auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Französisch - mal mit geheimnisvoll-verruchter Stimme, dann wieder lieblich-säuselnd im Sprechgesang. Die Künstlerin vermischt Musikstile wie Bossa Nova und Blues, französischen 60s Pop und Reggae. Sie erfindet immer neue Geschichten und spinnt dennoch ein unsichtbares Band durch alle Songs, denen ein gemeinsames Motiv zugrunde liegt: Das Finden und Verlieren der Liebe, die Suche nach einer besseren Welt. Egal in welcher Sprache Sabrina Ascacibar auch singt, immer fesselt sie durch eine zarte Intimität und Innigkeit .

Die Künstlerin präsentiert sich uns nicht nur als Sängerin, sondern auch als sehr talentierte Poetin. Außer der Coverversion des Stückes "Valsinha" und einer von ihrem Sohn Lucas verfassten Geschichte sowie einem Gedicht des portugiesischen Dichters Fernando Pessoa, hat Sabrina die Texte und Musik des Albums selbst geschrieben und komponiert. In den lyrischen Songtexten finden wir jede Menge Lebensweisheiten, mal verpackt in Metaphern, dann wieder nackt und offensichtlich.

Mit dem Opener "Wo bist du" wird die ZuhörerIn sanft in eine meditative Naturidylle entrückt. Experimentelle Klänge, Vogelgezwitscher im Hintergrund und ein sanft-wiegender Rhythmus lassen die Zeit für einen Moment still stehen. Sabrina Ascacibar besingt die Suche nach der Liebe, verpackt in wilder Natursymbolik und lässt dadurch sehr viel Interpretationsraum für die ZuhörerIn.

Das darauf folgende "Schön." steigt dagegen mit minimalistischer Instrumentierung ein. Zunächst tragen nur eine gezupfte Gitarre und ein gemütlich-laufender Bass den Gesang, bis dann weitere Instrumente zu einer exotischen Mischung dazukommen. Sabrina Ascacibar erklärt mit umgarnend-betörender Stimme: "Wir sollten alle mal hier oben steh´n / Und unsere Erde von der Ferne seh´n." Auf dem Mond und mit Abstand zu den irdischen Dingen analysiert sie die "Kapitalisation" und stellt fest, dass unsere Herzen die "stärksten Batterien" seien. Mit der wunderbar menschlichen Botschaft nicht "Ich" zu sagen, sondern "Wir" endet das Stück und lässt uns nachdenklich zurück.

Ein ungewöhnliches Klangerlebnis bietet auch das französischsprachige "Baby Baby / Radio Reprise". Immer wieder scheint der Song durch Frequenzsprünge, welche wir noch von uralten Radios kennen, unterbrochen. Das wirkt ein bisschen nostalgisch in unserer heutigen Zeit der Internetradios und digitalen Tonträger.

Das sehr melancholische Stück "In der Wand." fragt: "wofür lebt man, wofür liebt man / Wenn man nichts behalten kann". Deutlich zeigt sich hier auch das schauspielerische Talent der Künstlerin. Scheinbar mühelos schlüpft Sabrina Ascacibar in die Rolle eines alten, einsamen Mannes, der die Vergänglichkeit der Liebe und des Lebens bedauert.

Das Album schließt mit "Auf der Wiese.", einer gesprochenen, märchenhaften Geschichte, vorgetragen und geschrieben von ihrem Sohn Lucas. Das Album begann mit der Frage "Wo bist Du?" und schließt mit den Zeilen: "Seine Äste ragten über das Veilchen. Jetzt konnte er / sie vom Schnee schützen. Doch das / Wichtigste war, er war bei ihr". Es fügt sich letztendlich zu einem Ganzen und die Suche nach der Liebe endet.

AVIVA-Tipp von Leonie Schwarzer

mdr  FIGARO –CD-Empfehlung

Sie beherrscht nicht nur fünf Sprachen, sie setzt diese auch gekonnt auf ihrem Album ein. Dazu nutzt sie alle möglichen Stilistiken: von Chanson bis Bossa, von Blues über Walzer zu Pop bis hin zu kleinen Hörgeschichten. Dabei dehnt sie jedes Genre fast unmerklich auch in andere Richtungen. Geschickt dirigiert sie ihre vielen Musikerfreunde zu Grenzüberschreitungen. In ihren Texten nimmt Sabrina Ascacibar den Mondschein mit ins Bett und lässt eine Rosa mit ihrem Hund im Park spazieren. Sie hat ein großes Vergnügen am Mix vom Sinnlichen, Bekannten, Phantastischen und Experimentellen, das fast an einen André Heller in dessen frühen Zeiten erinnert. Kleinkünstlerin? Nein, eine ziemlich große Künstlerin!

von Johannes Paetzhol

Radio Okerwelle – CD der Woche 22.-28. August 2011

Nach dem Konzeptalbum „Ahoi!“ mit Songs aus der Welt der Seeleute widmet sich Sabrina Ascacibar auf „Wo bist Du?“ dem ewig jungen Thema vom finden und verlieren der Liebe. Ein Thema, das in so vielen Liedern beschrieben und gesungen ist, ein Fundus, aus dem sich die in Hamburg lebende Sängerin bedienen und gleich mehrere abendfüllende Programme zusammenstellen könnte.Radio Okerwelle –CD der Woche 22. - 28. August

Anders aber als auf „Ahoi!“ hat Sabrina Ascacibar für das neue Album ihre Songs mit ganz wenigen Ausnahmen selbst geschrieben. Sie erfindet dabei das Rad nicht neu, dazu ist das Thema bei allem Facettenreichtum irgendwie doch endlich.

Und doch ist „Wo bist Du?“ ein Album, das den Hörer gefangen nimmt, ihn/sie altbekannte, verschüttete eigene Erfahrungen neu „entdecken“ lässt. Möglicherweise ist es die Sprachenvielfalt (deutsch, englisch, spanisch, portugiesisch, französisch), die dieses neu und anders entdecken befördert – auf jeden Fall aber ist es die Musik, die die unterschiedlichsten emotionalen Verfassungen hervorzaubert.

Alle Kompositionen mit Ausnahme von „Valsinha“ (Chico Buarque de Hollanda) stammen von Sabrina Ascacibar und da ist ihr Großes gelungen. In Zusammenarbeit mit exzellenten Musikern werden die Kompositionen nicht „nur“ als musikalisches Transportmittel (vom Bossa über Blues bis hin zu Rock changierend), für die Botschaft genutzt – sie (die Musik) hat eine ganz eigene emotionale Qualität und ist dennoch Teil des Ganzen.